Verkehr

Stoppt die Mautflucht über die Bundesstraße B16

Der Bund Naturschutz fordert eine Korridorsperrung für den Transitschwerlastverkehr (ab 12 t)  auf der Bundesstraße B16 zwischen Donauwörth und Günzburg. Denn die B16 wird zunehmend von Schwerlastern befahren, die lediglich der Mautpflicht für LKW auf den Autobahnen A7 und A8 ausweichen wollen. Hierunter leiden insbesondere die betroffenen Anwohner der B16 sowie unsere Natur und Umwelt. Zudem wird der Verkehrsfluss auf der B16 behindert und somit indirekt auch unsere Wirtschaft geschädigt.

Diese negativen Auswirkungen für Mensch, Natur und Umwelt sind relativ einfach durch eine Korridorsperrung zu vermeiden. Deshalb fordern wir eine solche Sperrung mit Nachdruck.

 

 

Was ist eine Korridorsperrung?

Im Gegensatz zu einer gewöhnlichen Straßensperrung wird bei einer Korridorsperrung ein zusammenhängender Straßenraum (Erschließungskorridor) für den betreffenden Verkehr gesperrt. Somit hat eine Korridorsperrung der B16 für den Transitschwerlastverkehr indirekt zur Folge, daß auch die Ausweichstraßen in einem definierten Erschließungskorridor beidseits der B16 für den Schwerlastdurchgangsverkehr ab 12 t gesperrt sind (vgl. Korridorsperrung Ostalbkreis; siehe unten).

Deshalb ist die Behauptung, dass der Verkehr dann auf Nebenstrecken ausweicht, Unsinn!

Autobahn versus Bundesstraße: Gleich lang, nur billiger

Die möglichen Routen für den Ost-West-Transitschwerlastverkehr durch Süddeutschland. Die Bundesstraßenroute (grün): Passau-Regensburg-Ingolstadt-Donauwörth-Dillingen-Stuttgart; Länge: 395 km; und die Autobahnroute (blau): Passau-München-Augsburg-Stuttgart; Länge: 395 km (Quelle: google-maps). Bild zum Vergrössern bitte anklicken!

Eine Korridorsperrung der B16 zwischen Donauwörth und Günzburg für den Transitschwerlastverkehr wirkt sich auch nur auf diesen aus. Denn Schwerlastwagen, die zwischen Donauwörth und Günzburg abfahren oder in diesem Korridor ein Ziel ansteuern, können die B16 uneingeschränkt befahren. Deshalb ist die Behauptung, eine derartige Korridorsperrung der B16 würde die lokale Wirtschaft belasten, völlig unsinnig und lediglich den Gewinnmaximierungsinteressen internationaler Transportunternehmen geschuldet.

Denn ein Schwerlastwagen kann für den Ost-West-Transit durch Süddeutschland von Passau bis Stuttgart unter zwei gleich langen Routen (jeweils 395 km) auswählen. Hierbei handelt es sich um die Autobahnroute Passau-München-Augsburg-Stuttgart über die Autobahnen A3, A92 und A8 sowie um die Bundesstraßenroute Passau-Regensburg-Ingolstadt-Stuttgart über die Bundesfernstraße A3 und Bundesstraßen B16, B492, B19, B466 und B10.

Beide Routen sind gleich lang, wobei jedoch die Nutzung der Autobahnroute aufgrund der Mautpflicht mit höheren Unkosten für das jeweilige Transportunternehmen verbunden ist. Dagegen ist der überwiegende Teil der Bundesstraßenroute, ca. 275 km, mautfrei. Lediglich für das Teilstück zwischen Passau und Regensburg (ca. 120 km) muss die mautpflichtige Autobahn A3 befahren werden.

 

Minister läßt die Betroffenen im Stich

Der Bund Naturschutz wird es nicht akzeptieren, dass die hieraus resultierende Belastung für die Menschen, die Natur und die Umwelt unserer Heimat zum Wohle der Gewinnmaximierung privater Transportunternehmen andernorts einfach hingenommen wird, obwohl dem Ost-West-Transitverkehr bestens geeignete Autobahnen zur Verfügung stehen.

Aus diesem Grund haben wir im vergangenen Jahr die Forderung erhoben, dass die Bundesstraße B16 zwischen Donauwörth und Günzburg für den Transit-Schwerlastverkehr gesperrt wird. Zudem haben wir Vertreter der Landes- und Kommunalpolitik mit einem Brief um Unterstützung unseres Anliegens gebeten. Bisher wartet man jedoch auf eine tatkräftige Unterstützung der politisch Verantwortlichen vergebens. Enttäuschend ist hier auch die Untätigkeit von Herrn Landrat Leo Schrell.

Zu guter Letzt wendeten wir uns mit einem Brief an den zuständigen Staatsminister, Herrn Joachim Herrmann, der freundlicherweise antwortete. Die Antwort des Ministers ist jedoch alles andere als erfreulich und zeigt letztendlich, dass nach dem Willen des Ministers die Belastungen der Betroffenen vor Ort den Interessen internationaler Transportunternehmen untergeordnet werden sollen.

Zur Begründung verweist der Innenminister Joachim Hermann auf einen Bericht der Bundesregierung über die Verkehrsverlagerungen auf das nachgeordnete Straßennetz in Folge der Einführung der LKW-Maut von 2009, dessen theoretische Zahlen auf Datenerhebungen von 2005 und 2007 basieren. Hiernach würde der Mautausweichverkehr zwischen Donauwörth und Günzburg weniger als 50 LKW in 24 Stunden betragen.

Der Bund Naturschutz zweifelt an dieser Zahl, und die Betroffenen an der B16 tun dies auch. Denn seit 2007 hat sich die Verkehrssituation in der Region gravierend verändert, vor allem durch die Fertigstellung der Ortsumfahrung Brenz-Obermedlingen der neuen B492. Hierzu bemerkte der Innenstaatssekretär Gerhard Eck: „Die neue Bundesstraße zwischen A7 und B16 wird sich zur Hauptschlagader entwickeln.“

Der Bund Naturschutz kämpft weiter

Wir lassen uns nicht entmutigen und werden weiterkämpfen, bis die Korridorsperrung verwirklicht ist. Über die nächsten Aktionen werden wir Sie hier demnächst informieren und bitten Sie schon jetzt um Ihre Unterstützung.

 

Folgende Aktionen finden derzeit statt:

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