Streuwiesenprojekt im Donauried

„...Nicht minder reichlich als der Auwald belohnt das Ried den Spaziergänger durch seinen wirklich staunenswerten Reichtum an Blumen und Tieren. Dabei verschwindet das eigentliche Ried immer mehr. Die künstliche Entwässerung ist in den letzten Jahren immer weiter fortgeschritten. Dort, wo früher weite Binsen- und Schilfdickichte sich erstreckten, ganze Wolken von Kiebitzen aufflogen und im Herbst Hunderte von Störchen im schwer zugänglichen Sumpf „Gericht“ hielten, finden sich jetzt schnurgerade Wassergräben, daneben Wiesen und Saatfelder- und nicht die schlechtesten! Verschwunden sind Binsen und Schilf, verschwunden leider auch die Storchengerichte; das Ried stirbt aus...“ (berichtet der Dillinger Studienprofessor Gerhard Haberl in der Schwäbischen Donauzeitung vom 13.7.1927).

Streuwiesen gab es früher im wasserreichen Donauried in großer Zahl. Aufgrund des hohen Grundwasserstandes konnten die Flächen erst sehr spät im Jahr befahren und gemäht werden. Das im Herbst gemähte Gras konnte nur noch als Einstreu in den Ställen genutzt werden, daher auch der Name „Streuwiese“.

Diese Nutzung ging in den 60er und 70er Jahren immer weiter zurück und hat heute keine Bedeutung mehr. Die meisten Grundstücke wurden in den folgenden Jahren trockengelegt und intensiv landwirtschaftlich genutzt. Andere Flächen wurden sich selbst überlassen und verbuschten.

Die früher in den Streuwiesen heimischen Pflanzen und Tiere wurden zurückge­drängt. Die verbliebenen Oasen sind zu klein und zu weit voneinander entfernt, um auf Dauer überlebensfähige Tier- und Pflanzenbestände zu erhalten.

Um die weitere Verarmung der Landschaft und den Rückgang einstmals artenreicher Tier- und Pflanzengesellschaften aufzuhalten, wurde das Projekt Streuwiesenverbund im östlichen Donauried von uns realisiert.