Ortsgruppe Goldberg für das Landkreisgebiet Deisenhofen-Mörslingen-Lutzingen gegründet.

Die Kreisgruppe Dillingen des Bund Naturschutz freut sich über eine neue Ortsgruppe im Landkreis Dillingen. Auf der Agenda der neuen Ortsgruppe für das Landkreisgebiet Deisenhofen-Mörslingen-Lutzingen stehen die B16-Umgehung, Landwirtschaft, Naherholung, Artenvielfalt und vor allem der Schutz der Insekten wie Wild-Bienen.

Foto: Volker Terpoorten Erste Reihe ganz links ist Emil Wesp, dann Katherina Rößle, Karl Baumgartner - Vorsitzender Ortsgruppe, Michaela Kölle -stellvertretende Vorsitzende der Ortsgruppe, Gabriele Kötz, Heidi Terpoorten Vorsitzende BN Kreisgruppe Dillingen, Kerstin Saur Hinten stehen von links Johann Kaltenegger, Lindner Gerhard - Schriftführer Kreisgruppe BN, Lindner Maria, Gernot Hartwig - Referent - Vorsitzender Ortsgruppe Buttenwiesen, Bayer Hermann, Schön Sebastian, Julia Sing, Franz Kapp, Christian Öxler und Thomas Hefele - stellvertretender Vorsitzender Kreisgruppe BN.

28.05.2018

Enkeltaugliche Verkehrs- und Umweltpolitik in der Region Höchstädt gefordert.

 

Die Kreisgruppe Dillingen des Bund Naturschutzes freut sich über eine neue Ortsgruppe im Landkreis Dillingen. Am 25.05 trafen sich im Schützenheim in Deisenhofen mehr als 50 Interessierte zum Vortrag von Gernot Hartwig, Vorsitzender der Ortsgruppe Buttenwiesen und Sprecher des bayernweiten Landesarbeitskreises Verkehr des Bund Naturschutzes Bayern.

Er machte deutlich dass Straßenbau zwar früher Probleme gelöst hat; der entstandene Irrglaube "Straßenbau sei stets gut für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region" sei jedoch längst überholt und inzwischen sei es eher umgekehrt. Viel zu viele Straßen belasten die öffentlichen Haushalte, auch die kommunalen. Durch Unterhalts- und Umweltkosten geht Wohlstand letztendlich verloren. Individuelle Mobilität von morgen benötige dringend eine neue Verkehrspolitik, die Güter müssten verstärkt auf die Schiene verfrachtet werden; auch auf dem Land müsse öffentlicher Nahverkehr sowie Rad- und Fußverkehr  endlich attraktiv und finanzierbar für Alle gestaltet werden. Innerorts sollten wieder Orte des Lebens, der städtischen oder dörflichen Gemeinschaft entstehen. Möglichkeiten, wie Ortschaften klug und im Sinne der Anwohner*innen, Verkehrsprobleme lösen könnten, zeigte Hartwig sehr eindringlich und beispielhaft auf.

Denn, und das merken beispielsweise auch die Dillinger*innen laut Heidi Terpoorten, der Vorsitzenden der BN Kreisgruppe - seit der neuen Umgehung: Der Quell- und Zielverkehr bleibt.

Die Besucher*innen zeigten sich laut Terpoorten besonders betroffen zum einen vom geplanten Flächenverbrauch von insgesamt ca. 48 Hektar; sollte die  Nordtrasse WSG tatsächlich kommen. 80 bis 300 Jahre braucht 1 cm Humus zum Wachsen. Jeder unnötig versiegelte qm Boden sei politisch verantwortungslos führte Gernot Hartwig weiter aus. Denn es gibt ja eine Alternative. Die im Umweltranking an oberster Stelle stehende Alternative für Höchstädt ist und bleibt die Bahntrassenalternative. 

Zum anderen stößt den direkt Betroffenen vor Ort sauer auf, dass mit 1, 5 Millionen ein Steuergeldgeschenk des staatlichen Bauamts Krumbachs, ein schützenswertes Gut, nämlich das seit Jahrzehnten bestehende Wasserschutzgebiet, aufgegeben werden soll.

Das halten so ziemlich alle Anwesenden für unangemessen. Zudem das Ministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz bereits jetzt fordert, dass Wasserschutzgebiete grundsätzlich ausgeweitet werden sollen. "Wir wollen doch nicht dass in Franken die Versorgung durch Rieswasser wegen uns hier eingeschränkt wird", betont ein Anwohner aus Deisenhofen. Denn genau das hat Rieswasser wohl vor, sollte es zu einer Übereinkunft in Höchstädt kommen.

Der Bund Naturschutz wird sich mit sämtlichen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln für den Schutz und Erhalt des Wasserschutzgebietes einsetzen. Dies versicherte Heidi Terpoorten und machte zudem auf das Volksbegehren "Betonflut eindämmen" aufmerksam. "Wir fordern hier ganz klar von Ministern Aigner eine Neubewertung der Trassendiskussion" so Terpoorten.

Die persönliche Betroffenheit, und bei vielen Anwesenden, auch der Frust nach dem langjährigen, bisher eher erfolglosen Einsatz für den Erhalt ihrer unmittelbaren Natur, ist spürbar groß.

Umso erfreulicher dass bei der Ortsgruppengründung und den 16 neuen BN Mitgliedern, auch mehrere junge Menschen darunter sind. Sie Alle wollen sich, zusammen mit dem neugewählten Vorstand,  Biobauer Karl Baumgartner aus Deisenhofen und seiner Stellvertreterin und Gemeinderätin Michaela Kölle, gemeinsam mit dem gesamten 11köpfigen Ortsgruppenvorstand, zukünftig für den Schutz ihrer Heimat besonders einsetzen. Neben dem aktuellen Aufregerthema der Nordumgehung, beschäftigt die langjährigen und ganz neuen Bund Naturschutz Mitglieder hier vor Ort, Themen rund um die Landwirtschaft, Naherholung,  Artenvielfalt innerorts und auf den Fluren rund um Deisenhofen und Mörslingen sowie die Pflege der Gräben und vor allem der Schutz der Insekten wie Wild-Bienen.