Gründung „Streuobst Allianz“ im Landkreis Dillingen, erstes Partner Treffen verabschiedet Agenda
Die Zahl der Teilnehmer beim ersten Partnertreffen am 10.6.206 im Kreislehrgarten in Höchstädt zeigte den Stellenwert des Themas für unseren Landkreis. Die Verbände und das Landratsamt waren mit Vorständen und Fachleuten vertreten.
LandkreisDillingen: Kreisfachberater für Gartenbau und Landespflege Benedikt Herian
Untere Naturschutzbehörde: Herrn Ertle sowie den Biodiversitätsberater Dominik Jung
Kreisverband für Gartenkultur und Landespflege: Manfred Herian Kreisimkerverband: Vorsitzender Wolfgang Patz
Landesbund für Vogelschutz: Kreisvorsitzende Anne Vogel
Landschaftspflegeverband Donautal Aktiv: Geschäftsführerin Susanne Kling Bund Naturschutz beide stellvertretende Kreisvorsitzende Heike Hoedt und Thomas Hefele sowie die Ortsgruppe Holzheim mit Vorstand Thomas und Christine Kraus.
Im Landkreis Dillingen war bis in die 1960er Jahre der weltweite Hotspot des Weichselanbaus. Die schwäbische Weinweichsel spielte eine bedeutende wirtschaftliche Rolle und war landschaftsprägend. Täglich kamen damals die LKWs um die frisch gepflückten Weichseln abzuholen und in die Stadt zu bringen. Bis München wurde geliefert. Wer auf einem der vielen Höfe groß wurde, musste „Weichselhüten“ – also die vollen Bäume vor den Vögeln schützen und natürlich Weichseln pflücken.
Auch die klassischen Streuobstbäume Apfel, Birnen und Zwetschgen waren als Hochstämme in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft äußerst wichtig. Die Streuobstwiesen in ihrer Mehrfachnutzung als Lieferanten von Obst zum Verkauf, zum Frischverzehr, zur Lagerung für den Winter, für Saft, Most, Wein und Schnaps sowie für die Heuernte oder die Beweidung sind aus der schwäbischen Landschaft und Geschichte nicht wegzudenken.
Vieles fiel den Veränderungen in der Landwirtschaft, den modernen Versorgungsstrukturen und der Abwendung von lokal Verfügbarem zum Opfer.
Inzwischen wird jedoch wieder klar: Streuobstwiesen sind die artenreichsten Biotope unserer Klimazone, sie liefern hochwertige Lebensmittel mit geringem ökologischem Fußabdruck und bewahren die Artenvielfalt. Was wollen wir mehr?
Der Bewuchs in seiner Mischung aus Bäumen und Wiesenpflanzen schafft ein Mikroklima, das den Wasserhaushalt mit Durchwurzelung und Schatten pflegt, das Wasser versickert und wird gehalten, Erosion ist kein Thema – immer wichtiger in Zeiten von Hitze und Dürre.
Die Partner der im April gegründeten Streuobst Allianz im Landkreis Dillingen haben bei ihrem ersten Partnertreffen am 10. Juni beschlossen, mit vereinten Kräften die Pflege von bestehenden Streuobstwiesen sowie die Neupflanzung voranzubringen. Dazu wird es Informationsveranstaltungen sowohl für politische Akteure auf kommunaler Ebene, als auch für die breite Öffentlichkeit, Schulungen für Bauhöfe, Landwirte und Privatleute in der Baumpflege, sowie Unterstützung bei der Inanspruchnahme von Förderungen geben. Ebenso können geförderte Bäume zum Selberpflanzen über die Akteure besorgt werden. Dies eignet sich auch für kleine private Projekte.
Für Streuobstwiesen im privaten, landwirtschaftlichen oder kommunalen Bereich können durch die Streuobst Allianz Dillingen zertifizierte Baumpfleger für Pflanzung oder Schnitt von Hochstämmen vermittelt werden, um im Rahmen der Förderungen möglichst kostenneutral zu arbeiten. Natürlich dürfen sich auch Betriebe, die ihre Flächen aufwerten wollen, angesprochen fühlen.
Wer Informationen zu den Förderungen, Unterstützung bei der Beantragung oder Interesse an der Anlage einer Streuobstwiese hat, kann die Geschäftsstelle der Kreisgruppe des BN Dillingen oder den Kreisfachberater für Gartenbau und Landespflege kontaktieren.
Des Weiteren wird die Streuobst Allianz Dillingen auf dem Dillikat am 30.08.26 und auf der Obstausstellung in Unterliezheim am 9./10. Oktober vertreten sein.







